Herz fühlt und Verstand plant

Eines Tages machte sich der Verstand auf, das Herz zu besuchen. Er wollte mit dem Herz dringend etwas klären. Er durchdrang einige ihm unwirklich und unsinnig erscheinende Welten, um zum Herz zu gelangen. Als er das Herz erreichte, staunte er, denn so groß hatte er es sich nicht vorgestellt. Freundlich begrüßte er das Herz und sprach: "Du, Herz, ich weiß, dass du mich schon seit langer Zei...
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Der Verstand und die Liebe

Der Verstand begegnete der Liebe und sagte zu ihr: "Gut, daß ich dich treffe. Ich habe schon oft über dich nachgedacht, aber ohne ein befriedigendes Ergebnis. Deshalb möchte ich dich gern geradeheraus fragen: Was ist dein Sinn?" Bevor die Liebe antworten konnte, fügte der Verstand hinzu: "Sag mir aber nicht, dein Sinn bestehe darin, die Menschen glücklich zu machen. Ich habe zu oft gesehen, ...
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Vom Traum der Wirklichkeit werden wollte

Es war einmal ein Mann, der hatte einen Traum. Diesen Traum hatte er schon sehr lange und er dachte immer wieder wehmütig an ihn. Der Traum selbst hatte sich riesig darüber gefreut, von dem Mann erdacht zu werden und er war ganz aufgeregt, denn irgendwann musste er ja umgesetzt werden. Doch schnell erkannte der Traum, dass der Mann zwar viel an ihn dachte, aber nie wirklich etwas dafür tat, ih...
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Eine Stunde Zeit

Ein Mann kam spät von der Arbeit nach Hause, müde und erschöpft. Sein fünfjähriger Sohn wartete auf ihn an der Tür: “Papa, darf ich Dich etwas fragen?” "Ja, sicher. Worum geht es denn?" antwortete der Mann. "Papa, wenn Du arbeitest, wie viel verdienst Du pro Stunde?" "Das geht Dich gar nichts an. Warum fragst Du solche Sachen?" sagte der Mann ärgerlich. "Ich will es doch nur wissen. Bitte s...
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Gelegenheiten von Gott

Einem Mann erschien der liebe Gott, der erzählte ihm von großartigen Gelegenheiten, die vor ihm lägen: Reichtum, eine angesehene Stelle, eine schöne Frau. Der Mann wartete sein ganzes Leben, doch nichts geschah. Als er nach seinem Tod vor Gott stand, beschimpfte er ihn: „Du hast mir doch Reichtum, Ansehen und eine schöne Frau versprochen. Doch nichts habe ich bekommen.“ „Das stimmt nicht“, sagt...
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Hinterlässt Du Spuren, die bleiben?

Ein Vater hatte zwei Söhne. Er war schon alt und gebrechlich und sinnierte über sein Leben. Dabei kamen ihm Zweifel, ob er seinen Söhnen etwas Wichtiges für ihr Leben mitgegeben konnte. Diese Frage beschäftigte ihn Tag und Nacht. Dann ließ er seine Söhne zu sich kommen und gab ihnen einen Auftrag: „Meine Söhne. Ich liebe euch sehr. Aber ich werde bald sterben und meine Spuren werden verblas...
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Ich war männlich, verwegen, ich war frei und hatte lange Haare.

Meine Frau lernte mich kennen, nicht umgekehrt. Sie stellte mir förmlich nach. Egal wo ich hinkam, sie war schon da. Es ist nun zwölf Jahre her. Damals war ich eingefleischter Motorradfahrer, trug nur schwarze Sweat-Shirts, ausgefranzte Jeans und Bikerstiefel, und ich trug lange Haare. Selbstverständlich hatte ich auch ein Outfit für besondere Anlässe. Dann trug ich ein schwarzes Sweat-Shirt, aus...
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Da war einmal ein guter Mensch

Da war einmal ein guter Mensch. Er hatte Mitleid mit dem hässlichen Gewürm der Raupen, wie sie sich Stunde für Stunde vorwärts plagten, um mühselig den Stängel zu erklettern und ihr Fressen zu suchen - keine Ahnung von der Sonne, dem Regenbogen in den Wolken, den Liedern der Nachtigall! Und der Mensch dachte: Wenn diese Raupen wüssten, was da einmal sein wird! Wenn diese Raupen ahnten, was ihnen a...
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Der rastlose Kaufmann

Ein Kaufmann hatte 150 Kamele, die seine Stoffe trugen und 40 Knechte und Diener, die ihm gehorchten. Eines Abends lud er seinen Freund zu sich ein. Die ganze Nacht fand er keine Ruhe und sprach fortwährend über seine Sorgen, Nöte und die Hektik seines Berufes. Er erzählte von seinem Reichtum in Turkestan, sprach von seinen Gütern in Indien, zeigte die Grundbriefe seiner Ländereien und seine Juwel...
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Das Geschenk des Bettlers

Normalerweise bemessen Bettler ihre dankbaren Wünsche nach dem Wert der Gabe, die ihnen gereicht wird. Derjenige, von welchem hier die Rede ist, sagt, das sei grundfalsch:"Wer mir viel gibt, dem wünsch ich eine hundertfältige Vergeltung von Gott. Wer mir aber wenig gibt dem wünsche ich eine tausendfältige, oder wenn es noch weniger ist, eine hunderttausendfältige Vergeltung."Er erklärt es folgende...
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