von Sylvia Bieber – auf ViGeno – 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die sich mit selbstabwertenden Gedanken quälen und damit ihre Selbstachtung und ihren Selbstwert Stück für Stück zerstören?

Selbstwert, Selbstachtung und Selbstbestimmung sind die häufig auftretenden Themen in meiner Coachingpraxis. Diese Menschen leiden unter ihrem Minderwertigkeitsgefühl nicht gut genug oder gar wertlos zu sein. Ständig hören sie jemanden in sich, der nörgelnd, erniedrigend, schimpfend, verletzend oder drohend auf sie einredet.

Kennen auch Sie solche Sätze? Das kannst Du nicht! Lass das, andere sind besser! Du bist ein Versager! Wie siehst Du nur wieder aus? Mein Gott, bist Du hässlich! Wieso meinst Du, dass sie gerade Dich wollen? Der/die wird nie mit Dir ausgehen! Sage lieber nichts, Du hast doch keine Ahnung davon. Mich mag sowieso niemand, etc.

Da diese Worte nicht von einem Gegenüber gesprochen werden, können Sie ihnen auch nicht ausweichen. Würden andere so vernichtend über Sie oder mit Ihnen reden, würden Sie sich verteidigen, oder den Raum verlassen. Doch diese Stimme sitzt in Ihrem Kopf und deshalb können Sie nicht fliehen. Sie verfolgt Sie, wo immer Sie hingehen, bis in den Schlaf hinein.

Diese negative Stimme ist unser innerer Kritiker. Er ist der Teil unserer Persönlichkeit, der den Blick immer auf unsere Schwächen und Fehler lenkt. Er beobachtet alles, was wir tun und verurteilt uns.

Er ist die Stimme in uns, die uns sagt, dass wir schon wieder etwas falsch gemacht haben, dass wir schlecht, hässlich, böse, unfähig oder dumm sind. Er wirft uns schlimme Worte an den Kopf wie Blödmann, Dussel, Versager oder Jammerlappen.

Dieser innere Kritiker entstand in unseren ersten Lebensjahren. Er ist die verinnerlichte Stimme unserer Eltern und Erzieher, die uns mit Geboten und Verboten, mit Kritik und Beurteilungen vor Schaden bewahren wollten. Er ist die Stimme der personifizierten Ratschläge, mit denen wir großgeworden sind.

Als Kinder glaubten wir unseren Eltern alles. Wir waren auf sie angewiesen und ihre Wahrheit über uns und die Welt, war auch unsere. Diese Fremdmeinung haben wir uns zu Eigen gemacht und ein Teil in uns hat gelernt, uns mit den Augen dieser Erwachsenen zu sehen. Heute meldet sich dieser Teil als innerer Kritiker immer wieder ungefragt zu Wort.

Was also tun, wenn Sie vor lauter Selbstkritik nicht mehr dazu kommen, Ihr Leben so zu leben, wie Sie es für richtig halten?

1. Werden Sie sich Ihres inneren Kritikers bewusst: Sich einzugestehen, dass da jemand in Ihnen redet, der es nicht wirklich gut mit Ihnen meint, ist der erste Schritt. Geben Sie dieser Stimme ein Gesicht, eine Gestalt und reden Sie mit ihr.

2. Fragen Sie diese Person, was genau sie Ihnen mit ihrer Kritik sagen will. Entscheiden Sie immer bewusst, ob das, was Ihr innerer Kritiker Ihnen da sagt, Ihrer bewussten Meinung nach gerechtfertigt ist oder nicht.

3. Entkräfitgen Sie Ihre innere Stimme durch Gegenbeispiele. Wenn diese Stimme Ihnen z.B. zuflüstert, dass Sie ein Schlappschwanz sind, dann schauen Sie innerlich, was Sie schon alles auf die Reihe gebracht haben.

4. Konzipieren Sie Ihr eigenes Wertesystem. Schreiben Sie sich auf, welche Werte Ihnen wichtig sind. Und wenn die Stimme Ihnen z. B. sagt, dass Sie eine Niete sind, weil Sie es nicht schaffen, trotz Krankheit pünktlich Ihre Steuererklärung abzugeben, dann setzen Sie ihr entgegen, dass Ihnen Ihre Gesundheit wichtiger ist, als die Steuer.

5. Lassen Sie sich helfen! Die Problematiken bei mangelndem Selbstwert, Selbstachtung und mangelnder Selbstbestimmung können wir mit Coaching gut bearbeiten.

Mit der „Prozessorientierten Innenweltarbeit“ (POIA) sind Sie im Stande, Ihren inneren Kritiker zu personifizieren. Sie können wahrnehmen, welche Person hinter dieser Stimme steckt und dadurch wird es Ihnen möglich, Veränderungen zu initiieren.

Mit einer Familienaufstellung ist es möglich, durch die Stellvertreter die Dynamiken zu erkennen, die dieser Stimme des inneren Kritikers zu Grund liegen. Dadurch kann z. B. der Mutter das zurückgegeben werden, was Sie in blinder Liebe des Kindes von ihr übernommen haben. Beispielshaft deren Ängste um oder ihren Anspruch an Sie.
Erlauben Sie sich, Hilfe auch auf diesem Sektor zu suchen. Seien Sie sich mindestens so viel wert, wie Ihnen auch Ihr Lieblingsmensch wert ist.

Herzlichst
Sylvia Bieber

PS: Eine Ausbildung zum Coach für Prozessorientierte Innenweltarbeit können Sie gerne bei mir absolvieren.
Siehe hier: https://www.sylvia-bieber-coaching.de/aus-weiterbildung/prozessorientierte-innenweltarbeit-poia/