Frau schaut in Spiegel, man sieht ein Auge und Nase

 

Der Spiegel, der mehr zeigte, als sie ahnte

 

Eine Frau besuchte eines Nachmittags ihre Freundin. Sie wirkte zurückhaltend, fast schüchtern, und sagte leise:
„Ich habe mir gestern Karten legen lassen … und irgendwie hat mich das Ergebnis getroffen. Nicht schön. Nicht bequem. Eher … entlarvend.“

Die Freundin lächelte und fragte ruhig:
„Was genau hat dich so berührt?“

Die Frau überlegte einen Moment, schaute aus dem Fenster und antwortete dann:
„Dass alles stimmig war. Alles passte, bis ins kleinste Detail.“

Die Freundin nickte und holte aus ihrer Tasche ein kleines Taschenspiegelchen, das sie immer bei sich trug. Sie legte es zwischen sie auf den Tisch.
„Schau mal“, sagte sie, „dieser Spiegel sagt dir nicht, wie du sein solltest. Er sagt dir nicht, was du tun musst. Er zeigt dir nur, was gerade da ist.“

Die Frau sah ihre Freundin an, zuerst irritiert, dann nachdenklich.
„Und genau so arbeiten Karten“, fuhr die Freundin fort.
„Sie sind kein Orakel über deine Zukunft. Sie sind Spiegel. Spiegel für das, was in dir lebt, für Gefühle, Gedanken, Muster, die du vielleicht noch nicht bewusst wahrnimmst.“

Die Frau schwieg eine Weile. Dann fragte sie leise:
„Aber warum sehe ich oft Dinge, die ich gar nicht sehen will?“

Die Freundin lächelte, ehrlich und direkt:
„Weil dein Inneres längst bereit ist, hinzuschauen. Nicht die Karten sind mutig. Du bist es. Du allein hast den Mut, genau hinzusehen.“

Und dann wurde die Frau still. Sie war nicht traurig und auch nicht erschrocken. Nein, sie war einfach im guten Sinn still. Still, weil sie sich selbst erkannt hatte. Still, weil sie gespürt hatte, dass alles, was sie gerade sah, schon immer da war – nur dass sie es jetzt bewusst wahrnahm.
Zum Abschied sagte sie leise:
„Dann war das also kein Zufall.“

Die Freundin nickte. „Nein. Das ist Resonanz.“

Und in diesem Moment wusste die Frau, dass sie ein kleines Geheimnis des Lebens verstanden hatte. 

Fazit:

Alles, was zu einem Menschen kommt – ob Karte, Begegnung oder Wort – spiegelt nur, was in ihm bereit ist zu wachsen.
Wenn man hinhört, hinschaut und es annimmt, beginnt Veränderung fast von selbst.
Resonanz ist kein Zufall. Sie ist die stille Einladung des Inneren, bewusster zu leben, mutiger zu fühlen und klarer zu erkennen, wer man wirklich ist.


 

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