
Selbstsabotage überwinden: Warum stehen viele Frauen ihrer spirituellen Begabung im Weg?
Die Spirit & Life Expo in Darmstadt war noch keine Stunde geöffnet, da saß schon die erste Frau vor mir am Tisch. Sie mischte die Lenormandkarten. Ich hob zweimal ab und legte für sie die Große Tafel. Schon nach wenigen Karten zeigte sich mir ein vertrautes Bild.
Die Sterne. Der Anker. Das Kreuz.
Eine Kombination, die ich in meiner Art zu deuten mit einer spirituellen Aufgabe verbinde. Manchmal sogar mit einer Berufung.
Ich sah zu ihr auf und fragte vorsichtig: „Kann es sein, dass in dir, bewusst oder unbewusst, eine spirituelle Begabung steckt, die eigentlich gelebt werden möchte?“
Sie schaute mich einen Moment lang an. Zuerst überrascht, doch dann begannen ihre Augen zu leuchten.
„Ja“, sagte sie leise. „Das zu zeigen und zu leben, wünsche ich mir schon sehr lange.“
Und kaum war dieser Satz ausgesprochen, kam auch schon der nächste: „Aber … ich könnte doch niemals damit nach außen gehen. Mein Umfeld würde mich für verrückt halten. Jetzt fängt sie ganz an zu spinnen, müsste ich mir wahrscheinlich anhören.“
Ihr Selbstbild war durchdrungen von ihrem inneren Kritiker. Voller Selbstzweifel und negativer Glaubenssätze gab sie das typische Beispiel einer Frau, die fest davon überzeugt war, dass dieser Weg unmöglich ihrer sein könnte.
An diesem Wochenende saßen viele Frauen vor mir. Und erstaunlich oft lief das Gespräch genau gleich ab. Erst diese tiefe Sehnsucht, dieses innere Wissen, dass da mehr ist. Und direkt danach eine unsichtbare Bremse. Angst vor Versagen, hohe Erwartungen und wenig Erfolgserlebnisse waren bisher die Ursache dafür, dass Selbstsabotage zur Gewohnheit wurde.
Ein Teil in ihnen will hinaus in die Welt. Der andere Teil legt selbstsabotierende Verhaltensweisen an den Tag und zieht damit gleichzeitig die Handbremse.
Genau das nenne ich den inneren Saboteur.
Anzeichen von Selbstsabotage: Wenn wir uns selbst im Weg stehen

Selbstsabotage ist ein erstaunlich verbreitetes Phänomen. Viele Menschen spüren eigentlich sehr genau, was sie möchten, welche Fähigkeiten in ihnen stecken oder wohin ihr Weg sie führen könnte. Und trotzdem passiert etwas Merkwürdiges: Genau in dem Moment, in dem es ernst wird, treten sie innerlich auf die Bremse.
Oft wird Selbstsabotage mit mangelndem Selbstvertrauen verwechselt. Doch so einfach ist es nicht. In vielen Fällen wirken zwei Kräfte gleichzeitig in uns. Ein Teil möchte wachsen, sich entfalten, die eigenen Fähigkeiten zeigen und durchaus auch mehr Verantwortung übernehmen. Ein anderer Teil versucht genau das zu verhindern und sorgt dafür, dass wir uns selbst im Weg stehen oder uns Steine in den Weg legen.
Selbstsabotage zeigt sich dabei in ganz typischen Mustern. Wir sind Meister im Aufschieben wichtiger Schritte, obwohl wir längst wissen, dass sie anstehen. Prokrastination ist das sperrige Wort dafür. Wir verstecken uns hinter Perfektionismus und glauben, noch nicht gut genug vorbereitet zu sein. Wir absolvieren Ausbildungen, sammeln Wissen und Fähigkeiten, gehen aber nicht wirklich nach draußen damit. Oder wir bleiben lieber im sicheren Hintergrund, anstatt uns sichtbar zu zeigen. Dadurch vermeiden wir Misserfolge und auch Selbstkritik.
Warum sabotieren sich gerade spirituelle Frauen und halten sich oft klein?
In meiner Arbeit – und auch an diesem Wochenende auf der Messe – ist mir etwas immer wieder begegnet. Viele Frauen spüren sehr deutlich, dass sie eine starke Intuition haben. Sie fühlen sich zu Themen wie Kartenlegen, Energiearbeit, Coaching oder spiritueller Begleitung hingezogen. Manche haben bereits mehrere Ausbildungen gemacht, haben viel gelernt und beschäftigen sich seit Jahren intensiv mit persönlicher und spiritueller Entwicklung.
Und trotzdem leben sie ihre Fähigkeiten meist nur im kleinen Kreis. Sie legen vielleicht Karten für Freundinnen, geben guten Rat im Bekanntenkreis oder sind diejenige, zu der andere kommen, wenn sie nicht weiterwissen.
Doch sobald es darum geht, sichtbar zu werden, tauchen Zweifel auf:
- Wer bin ich schon, dass ich damit nach draußen gehe?
- Was werden die anderen denken?
- Ich bin noch nicht gut genug.
Genau hier zeigt sich ein typisches Muster von Selbstsabotage. Obwohl die Fähigkeiten längst da sind und die Sehnsucht spürbar ist, sorgt eine innere Stimme dafür, dass der nächste Schritt nicht gegangen wird. Die eigene Begabung bleibt im Hintergrund. Der Saboteur, ihr größter Feind, tritt immer wieder auf die Bremse.
Das steckt hinter Selbstsabotage: die Angst vor Sichtbarkeit

Der Selbstsabotage zugrunde liegt sehr oft eine tiefe Angst vor Sichtbarkeit. Denn sichtbar zu werden bedeutet mehr, als nur etwas nach außen zu zeigen. Sichtbarkeit heißt auch, gesehen und bewertet zu werden. Wer sich mit seiner Begabung zeigt, muss damit rechnen, dass andere eine Meinung dazu haben.
Genau hier beginnt für viele Menschen die innere Anspannung. Denn sichtbar zu sein bedeutet immer auch, Kritik auszuhalten, Fragen zu beantworten oder sich mit Zweifeln von außen auseinanderzusetzen. Und manchmal reicht schon die Vorstellung davon, damit ein innerer Widerstand entsteht.
Gerade Frauen, die in sich spirituelle Fähigkeiten wahrnehmen, reagieren darauf häufig besonders sensibel. Sie haben eine feine Wahrnehmung, fühlen Stimmungen sehr genau und nehmen auch Bewertungen von außen stärker wahr. Sichtbar zu werden, kann sich deshalb schnell unsicher oder sogar bedrohlich anfühlen und zur Selbstsabotage führen.
Die Folge ist ein scheinbar sicherer Kompromiss: Die eigene Begabung wird zwar gelebt, aber nur im geschützten Rahmen. Nach außen bleibt vieles verborgen. Die Fähigkeiten fehlen nicht, jedoch ist die Angst vor Sichtbarkeit und die daraus resultierenden inneren Blockaden stärker als der Mut, damit wirklich nach draußen zu gehen.
Ursachen für Selbstsabotage: Die sogenannte Hexenwunde
Wenn man tiefer auf Selbstsabotage-Symptome und Angst vor Sichtbarkeit schaut, taucht bei vielen Frauen noch eine andere Ebene auf. Eine Ebene, die sich nicht allein mit mangelndem Selbstvertrauen oder persönlichen Erfahrungen in der Kindheit erklären lässt. Das Festhalten an alten Gewohnheiten und Denkmustern ist nur ein Beispiel aus diesem Repertoire.
Über viele Jahrhunderte hinweg war es für Frauen tatsächlich gefährlich, spirituell sichtbar zu sein. Frauen, die heilten, mit Kräutern arbeiteten, Karten legten, intuitiv berieten oder einfach über ein besonderes Wissen verfügten, gerieten schnell ins Visier ihrer Umgebung. Nicht selten endete das mit Ausgrenzung, Verfolgung oder Schlimmerem.
Heute leben wir natürlich in einer völlig anderen Zeit. Und doch berichten viele Frauen von einer merkwürdigen, kaum erklärbaren Hemmung, wenn es darum geht, ihre spirituelle Begabung offen zu zeigen. Als gäbe es irgendwo tief im Inneren eine leise Stimme, die warnt: Zeig dich lieber nicht zu deutlich.
Ich erinnere mich an eine Frau, die sich während einer Kartenlegung wie in einem Käfig unter Wasser erlebte, als die Karten ihre spirituelle Berufung zeigten. Sie konnte kaum atmen vor Angst, gleichzeitig pochte ihr Herz vor Sehnsucht. Das Bild blieb mir lange im Gedächtnis.
Für dieses Phänomen hat sich in den letzten Jahren der Begriff Hexenwunde etabliert. Manche sprechen auch von einer kollektiven Erinnerung oder von alten Erfahrungen und Glaubenssätzen, die über Generationen weitergegeben wurden. Wie man es nennt, ist letztlich zweitrangig. Entscheidend ist etwas anderes: Dieses Gefühl, sich mit spirituellen Fähigkeiten lieber nicht zu sehr zu zeigen, begegnet vielen Frauen erstaunlich häufig.
Was ich in Familienaufstellungen immer wieder sehe

In meiner Arbeit mit spirituellen Familienaufstellungen zeigt sich immer wieder etwas sehr Spannendes. Viele Ängste, die wir heute in uns tragen, gehören gar nicht ausschließlich zu unserer eigenen Lebensgeschichte. Sie haben oft viel ältere Wurzeln.
Wenn eine Frau in einer Aufstellung ihr Thema rund um Selbstsabotage oder Angst vor Sichtbarkeit anschaut, zeigt sich zum Beispiel schnell, dass dahinter häufig eine Geschichte im Familiensystem steht.
In einer kürzlich von mir durchgeführten Aufstellung wurde plötzlich die Geschichte der Urgroßmutter meiner Klientin sichtbar. Diese wurde von der Familie verstoßen, weil sie als Hebamme mit Heilkräutern und Ritualen arbeitete. Die Frau trug selbst noch die unausgesprochenen Regeln und Loyalitäten dieser Linie in sich: Bleib klein und lebe regelkonform. Zeig dich deshalb gar nicht erst.
Durch diese Aufstellung fiel ein großer Druck von meiner Klientin ab, weil sie das Muster sah. Sie konnte erkennen und bewusst verstehen, dass die innere Bremse nicht ihre eigene war, sondern eine alte Last, die sie nicht länger tragen musste. Dieses Erkennen und Überwinden – durch ein rituelles Zurückgeben an die Ahnin – gibt ihr jetzt die Möglichkeit, sich selbst und die eigenen Fähigkeiten endlich zu zeigen.
Solche Erfahrungen hinterlassen Spuren im Familiensystem. Auch wenn wir die konkreten Geschichten heute oft gar nicht mehr kennen, wirken die unausgesprochenen Botschaften und Verhaltensmuster weiter. Sie können sich zum Beispiel in inneren Sätzen zeigen wie: „Bleib lieber im Hintergrund.“ „In der zweiten Reihe ist es ungefährlich.“ „Pass dich an, dann bist du sicher.“
In einer Familienaufstellung wird genau das sichtbar. Plötzlich steht diese Geschichte nicht mehr nur als diffuse Angst im Raum, sondern sie bekommt ein Gesicht und einen Platz im System. Viele Frauen sind in diesem Moment tief berührt, weil sie zum ersten Mal verstehen, woher ihre innere, selbstsabotierende Bremse eigentlich kommt.
Und genau hier beginnt meist eine große Entlastung. Denn wenn sichtbar wird, dass diese Angst nicht nur die eigene ist, sondern Teil einer viel größeren Familiengeschichte, fällt vielen Frauen sprichwörtlich eine Last von den Schultern. Sie müssen die alten Gewohnheiten und Erfahrungen nicht länger unbewusst weitertragen. Stattdessen kann ein neuer, eigener Weg entstehen – einer, in dem die eigene Begabung wieder mehr Raum bekommt.
Wenn auch die Karten eine spirituelle Aufgabe zeigen

Ein weiterer Weg, auf dem Selbstsabotage zu erkennen ist und sich verborgene Begabungen zeigen, ist das Kartenlegen. Besonders die Lenormandkarten haben die Kraft, subtile Hinweise auf unsere Berufung und spirituelle Ausrichtung sichtbar zu machen. In meiner Arbeit als Kartenlegerin auf Messen, in Coachings und bei Seminaren tauchen bestimmte Kombinationen bei Menschen mit einer tiefen spirituellen Neigung erstaunlich häufig auf.
Ein Beispiel dafür ist die Kombination:
Sterne – sie stehen für Spiritualität, Intuition und die Fähigkeit, über den Tellerrand hinauszuschauen. Außerdem für Klarheit und spirituelle Einsichten.
Anker – symbolisiert Beruf, Bestimmung und den inneren Drang, etwas Sinnvolles zu verankern.
Kreuz – zeigt eine tiefe seelische Aufgabe, die oft mit Wachstum und Verantwortung verbunden ist.
Taucht zusätzlich das Buch auf, weist dies meist auf einen Lernweg, eine Weiterbildung oder eine Ausbildung hin, die notwendig ist, um diese Gabe bewusst zu entwickeln.
Wichtig zu verstehen ist: Das bedeutet nicht, dass jede Frau sofort Kartenlegerin werden muss. Vielmehr zeigt die Kartenkombination, dass eine Begabung darauf wartet, gelebt zu werden. Sie wartet darauf, gesehen, geübt und ins Leben gebracht zu werden – auch wenn der erste Schritt manchmal Angst macht.
Die Karten zeigen nicht nur das, was wir bereits können, sondern auch das Potenzial, das wir noch in uns tragen. Oft auch die innere Blockade, die deutlich macht, warum wir unsere Ziele nicht geradlinig verfolgen.
Selbstsabotage beenden: Der Ausweg

Unbewusste Selbstsabotage lässt sich nicht einfach mit mehr Disziplin oder Willenskraft überwinden. Je mehr wir versuchen, die innere Bremse mit Druck zu lösen, desto stärker wird sie oft spürbar. Der Schlüssel liegt vielmehr darin, die tieferen Ursachen der Selbstsabotage erkennen und sichtbar zu machen. Genau dorthin zu schauen, wo die Angst oder das Muster entstanden ist.
An diesem Punkt setzen Methoden wie Familienaufstellungen, Innenweltarbeit oder spirituelle Ausbildungen an. Sie ermöglichen es, das, was bisher im Verborgenen wirkte, bewusst zu sehen und zu verstehen.
In einer Familienaufstellung beispielsweise wird klar, welche Ängste, Loyalitäten oder alte Muster über Generationen weitergegeben wurden. In der Innenweltarbeit lernen wir, unsere eigenen Blockaden, die mit Selbstsabotage zusammenhängen, zu erkennen und zu verändern. Und durch eine spirituelle Ausbildung können wir unsere Fähigkeiten gezielt entwickeln, um Ziele zu erreichen, Vertrauen in uns selbst aufzubauen und zu lernen, diese Begabungen auch sichtbar zu leben. Durch professionelle Hilfe lassen sich blockierende Muster Schritt für Schritt auflösen.
All diese Wege helfen dabei, die innere Bremse nicht mehr als Feind zu sehen, sondern als Hinweis auf ungelöste Themen. Sobald diese ins Licht geholt werden, sind wir in der Lage, selbstsabotierendes Verhalten zu verändern. Dadurch entsteht Raum, die eigene Begabung wirklich zu leben und in kleinen Schritten die Angst vor dem Versagen zu überwinden.
Dein nächster Schritt: Glaubenssätze überwinden, sichtbar werden und deine Begabung leben
Selbstsabotage, Angst vor Sichtbarkeit oder alte Familienmuster sind keine Zeichen von Schwäche. Sie sind Wegweiser. Sie zeigen dir, wo noch etwas im Verborgenen wirkt und wohin dein nächster Schritt führen kann.
Die gute Nachricht ist: Du musst diesen Weg nicht allein gehen. Ob durch Familienaufstellungen, Innenweltarbeit oder das bewusste Erlernen von Kartenlegen: Es gibt Methoden, die dich sicher begleiten. Sie helfen dir, Blockaden zu überwinden, alte Lasten abzugeben und den Raum zu öffnen, in dem deine Begabung sichtbar werden darf.
Der Moment, dich nicht länger durch Selbstmanipulation kleinzuhalten, ist genau jetzt. Trau dich, dir selbst zu begegnen, deine Fähigkeiten zu erkennen und sie ins Leben zu bringen. Denn alles, was du im Verborgenen hältst, will letztlich gelebt werden. Es wartet darauf, dass du den Mut hast, den ersten Schritt zu tun. Genau dieser Schritt kann alles verändern.
Über die Autorin: Sylvia Bieber
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Ich liebe es, wenn Klienten nach einem Coaching mit Sätzen wie: „Ich kann das“, „ich mach das“, „ich traue es mir zu“, meine Praxis verlassen und sich selbstbestimmt und unabhängig fühlen.
Gerne helfe ich auch dir, solltest du dich frustriert, machtlos oder angstvoll fühlen. Ich zeige dir, wie du das ändern kannst – und deine Lebensfreude kehrt zurück.
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