Ein Wanderer geht auf einem schmalen Bergweg durch dichten Morgennebel, während sich der Pfad Schritt für Schritt vor ihm öffnet.

 

Der Weg im Nebel

 

Ein Wanderer machte sich früh am Morgen auf den Weg. Dichter Nebel lag über den Bergen. Nach wenigen Schritten blieb er stehen.

„So kann ich unmöglich weitergehen“, murmelte er. „Ich sehe den Weg ja gar nicht.“

In diesem Moment kam ihm ein alter Schäfer entgegen.

„Warum stehst du hier?“, fragte er.

„Weil ich den ganzen Weg sehen möchte. Solange ich nicht weiß, wohin er führt, gehe ich keinen Schritt weiter.“

Der Schäfer lächelte.

„Wie weit kannst du sehen?“

„Vielleicht drei oder vier Meter.“

„Dann geh diese drei oder vier Meter.“

Der Wanderer schüttelte den Kopf.

„Und was ist danach?“

„Dann werden die nächsten drei oder vier Meter sichtbar.“

Zögernd setzte der Wanderer einen Fuß vor den anderen. Tatsächlich öffnete sich mit jedem Schritt ein weiteres Stück des Weges. Mal führte er nach links, mal nach rechts. Manchmal ging es bergauf, manchmal bergab. Doch immer zeigte sich genau so viel, wie er gerade brauchte.

Als die Sonne schließlich den Nebel vertrieb, blickte der Wanderer zurück. Er staunte. Der Weg war die ganze Zeit da gewesen. Nur sehen konnte er ihn nicht.

Der Schäfer, der inzwischen weit hinter ihm zurückgeblieben war, rief ihm noch zu:

„Manchmal brauchen wir keine bessere Zukunft. Manchmal genügt es, den nächsten Schritt klar zu erkennen.“

 


 

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