Ein Mann hält sich am Schreibtisch sitzend den Kopf. Er hat offensichtlich Kopfschmerzen

 

Wenn dein Schmerz beginnt, mit dir zu sprechen

 

Es war einmal ein Mann, der seit einiger Zeit immer wieder Kopfschmerzen bekam. Nicht ständig und auch nicht so, dass er sofort zum Arzt rannte. Aber oft genug, um ihn zu nerven.

Am Anfang ignorierte er sie. „Ist halt Stress“, sagte er sich. „Geht schon wieder weg.“

Und tatsächlich – manchmal verschwanden sie einfach. Also machte er weiter wie bisher.

Doch mit der Zeit wurden sie hartnäckiger. Sie kamen immer dann, wenn er es am wenigsten gebrauchen konnte. Bei wichtigen Terminen, in Gesprächen. Einfach genau dann, wenn er klar hätte sein müssen.

Also begann er, Tabletten zu nehmen. Das funktionierte zumindest oberflächlich.

Eines Tages traf er auf einen alten Mann, der ihn ansah und sagte: „Du kämpfst gegen etwas, das gar nicht gegen dich ist.“

Der Mann runzelte die Stirn. „Wie meinst du das? Schmerzen sind doch etwas, das weg soll.“

Der Alte schüttelte den Kopf. „Nein. Schmerz ist etwas, das gehört werden will.“

Der Mann winkte ab. „Ich habe keine Zeit, mich damit zu beschäftigen.“

Der Alte lächelte nur und antwortete ruhig: „Dann wird sich der Schmerz Zeit für dich nehmen.“

Diese Worte ließen ihn nicht mehr los. Am nächsten Morgen, als der Druck im Kopf wieder da war, griff er nicht sofort zur Tablette. Er setzte sich hin, einfach so und ohne Plan.

Und zum ersten Mal stellte er sich eine ehrliche Frage: „Was willst du mir eigentlich sagen?“

Es war still. Ungewohnt still.

Und dann wurde ihm etwas klar, das er lange vor sich hergeschoben hatte. Er hatte sich in Situationen gebracht, die sich schon seit Wochen nicht mehr stimmig anfühlten. Er hatte Dinge zugesagt, obwohl innerlich längst ein Nein da war. Er hatte sich immer wieder selbst übergangen.

Der Schmerz war nicht plötzlich da. Er hatte nur immer lauter gesprochen.

Der Mann atmete tief durch und traf eine Entscheidung, die längst überfällig war. Es änderte sich nicht von heute auf morge alles. Aber etwas in ihm wurde klarer, ruhiger und aufrichtiger.

Und die Kopfschmerzen? Sie kamen noch einmal. Dann noch ein letztes Mal.

Und irgendwann blieben sie einfach weg.

 

Fazit:

Manchmal drängt dich dein Körper nicht in die Knie, sondern in die Ehrlichkeit.


 

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