Vor langer Zeit – als die Menschen noch jung waren, mischten die Götter noch kräftig im Leben der Menschen mit. Oft waren sie zornig, ungerecht – und auch sehr eigen in dem, was sie von den Menschen hielten.
So trafen sich die Götter an einem Tag, um sich zu beraten, denn die Menschen hatten die Liebe entdeckt. Und so mit Liebe erfüllt, waren die Menschen den Göttern zu mächtig.
Außerdem waren sie etwas beleidigt, denn jetzt war kaum noch jemand verzweifelt und betete sie an. Deshalb beschlossen die Götter, die Liebe vor den Menschen zu verstecken.
„Vielleicht sollten wir sie auf dem Grund des Meeres versenken?“ schlug einer Götter vor. „Nein, das ist zu unsicher… eines Tages werden die Menschen die Meere erforschen und dann könnten sie die Liebe finden.“ entgegnete ein anderer Gott.
„Dann sollten wir die Liebe auf dem höchsten aller Berge verstecken!“ rief ein junger zorniger Gott. „Nein, auch das ist zu unsicher, eines Tages werden die Menschen auch die höchsten Berge besteigen. Dann könnten sie dort die Liebe finden.“ entgegnete ein weiterer Gott aus der Runde.
„Was sollen wir dann mit ihr tun? Wo können wir die Liebe so verstecken, dass die Menschen sie nicht finden werden? Welcher Ort könnte sicher vor Ihnen sein?“
Die Götter überlegten und grübelten…
Bis sich ein Gott meldete: „Ich habs! Ich habe den sichersten Ort der Welt gefunden. Ich weiß jetzt, wo wir die Liebe vor den Menschen verstecken können!“
Die anderen Götter schauten ihn neugierig an.
„Wir verstecken die Liebe in den Herzen der Menschen – denn dort schauen sie mit Sicherheit zuletzt nach.“ Und so kam es. Die Götter versteckten die Liebe im Herzen eines jeden Menschen.
Und so lange die Menschen nicht lernten, in Ihre eigenen Herzen zu schauen, blieb Ihnen die Liebe verborgen.