„Vor langer Zeit lebte in Israel ein Mann namens Choni. Eines Tages sah Choni einen alten Mann, der einen Johannisbrotbaum pflanzte.
Choni fragte den alten Mann: ‚Wie lange wird es dauern, bis dieser Baum Früchte trägt?’
‚Siebzig Jahre’, antwortete der Mann.
‚Aber du bist schon so alt! Du wirst nicht mehr so lange leben!’, sagte Choni.
‚Ich weiß’, antwortete der Mann, ‚aber meine Eltern und Großeltern haben Johannisbrotbäume für mich gepflanzt, also pflanze ich auch Johannisbrotbäume für meine Kinder und Enkel.’
Choni beeindruckte diese Antwort sehr. Dann setzte er sich in der Nähe hinter einige Felsen und machte ein kleines Nickerchen. Als er wieder aufwachte, sah er einen Mann, der Johannisbrotbaumfrüchte einsammelte.
Choni fragte den Mann: ‚Wie kann es sein, dass ein frisch gepflanzter Baum schon in so kurzer Zeit Früchte trägt?’
‚In so kurzer Zeit?’ fragte der Mann ungläubig. ‚Mein Großvater hat diesen Baum gepflanzt!’
‚Ach du liebe Güte!’, dachte Choni. ‚Ich muss siebzig Jahre lang geschlafen haben!’“
(Babylonischer Talmud, Taanit 22b-23a)