Wie drei Bücher mein Leben veränderten – von Abenteuerlust, Todesnähe und der Kraft der Liebe

Als ich in der „mailposchd“ von Melanie Hafner die Frage zur Blogparade las: „Welches Buch hat dein Leben verändert?“, musste ich sofort schmunzeln. Mailposchd nennt sie ihren Newsletter. Da ich seit jeher eine leidenschaftliche Leseratte bin und bis heute lieber ein gutes Buch zur Hand nehme als den Fernseher einzuschalten, fühlte ich mich sofort angesprochen.
Interessanterweise führte mich die Frage nicht zu einem einzigen Buch. Vor meinem inneren Auge tauchten gleich drei auf. Drei Bücher aus drei unterschiedlichen Lebensphasen. Jedes von ihnen öffnete eine Tür, hinter der eine neue Sicht auf die Welt auf mich wartete. Rückblickend erkenne ich, wie sehr sie meinen Weg geprägt haben.
Die Insel der blauen Delfine – als Abenteuerlust und Fernweh geboren wurden
Ich war etwa elf oder zwölf Jahre alt, als ich Die Insel der blauen Delfine verschlang. Die Geschichte erzählt von dem Indianermädchen Karana, das durch tragische Umstände allein auf einer Pazifikinsel zurückbleibt. Ihr kleiner Bruder wird von wilden Hunden getötet, und plötzlich steht sie völlig auf sich gestellt da. Sie baut sich eine Unterkunft, beschafft Nahrung und lernt, mit den Herausforderungen der Natur zu leben. Sturmfluten, Erdbeben und wilde Tiere begleiten ihren Alltag. Achtzehn Jahre lang meistert sie ihr Leben allein, bis eines Tages ein Schiff vor Anker geht.
Mich faszinierte damals vor allem eines: die Vorstellung, dass ein Kind allein in der Wildnis überleben kann. Karana hatte niemanden, der ihr sagte, was sie tun sollte. Jede Entscheidung traf sie selbst. Jede Konsequenz musste sie tragen. Diese Freiheit beeindruckte mich zutiefst.
Erst viele Jahre später wurde mir bewusst, welche Werte mich an dieser Geschichte so berührten. Karana handelte mutig, pragmatisch und eigenverantwortlich. Sie stellte sich ihren Ängsten, entwickelte kreative Lösungen für ihre Probleme und erschuf sich Schritt für Schritt ein selbstbestimmtes Leben. Aus Feinden wurden Freunde, aus Hass entstand Mitgefühl und aus starren Regeln entwickelte sich eine eigene Haltung gegenüber Mensch, Tier und Natur.
All das verkörperte Freiheit, Selbstständigkeit, Abenteuer und Vertrauen ins Leben. In mir wuchs die Sehnsucht nach fremden Ländern, unbekannten Landschaften und anderen Kulturen. Wahrscheinlich wurde damals der erste Samen gelegt, der mich später immer wieder hinaus in die Welt zog.
Zwischen meinem dreißigsten und fünfunddreißigsten Lebensjahr arbeitete ich in zwei Reisebüros. Im einen durfte ich die USA kennenlernen, im anderen Asien. Heute begleite ich seit vielen Jahren Menschen auf Seminarreisen nach Andalusien, Kreta und Bali. Wenn ich ehrlich bin, begann meine Liebe zum Reisen vermutlich lange bevor ich das erste Mal in ein Flugzeug stieg. Vielleicht entstand sie zwischen den Seiten dieses Buches.

Leben nach dem Tod – als die großen Fragen in mein Leben kamen
Mit sechzehn oder siebzehn Jahren beschäftigten mich plötzlich Fragen, die weit über den Alltag hinausgingen. Irgendjemand erzählte mir von Nahtoderfahrungen. Wer es war, weiß ich längst nicht mehr. Doch die Erinnerung daran führte mich damals direkt in die Aschaffenburger Stadtbibliothek, genauer gesagt in die Abteilung für Grenzwissenschaften.
Ich suchte nach Antworten. Nach Berichten, die Licht auf die Frage werfen konnten, was nach dem Tod geschieht. Als streng katholisch erzogenes Mädchen war ich mit Himmel und Hölle aufgewachsen. Gleichzeitig wollte ich verstehen, was Menschen tatsächlich erlebt hatten.
Dort fiel mir das Buch Leben nach dem Tod von Raymond Moody in die Hände. Dieses Buch löste etwas in mir aus, das mich bis heute begleitet. Mein Interesse an Bewusstsein, Spiritualität und den tieferen Zusammenhängen des Lebens war geweckt.
Dr. Moody hatte über mehrere Jahre hinweg rund 150 Menschen interviewt, die nach einem klinischen Tod wieder ins Leben zurückgekehrt waren. Viele ihrer Schilderungen wiesen erstaunliche Gemeinsamkeiten auf. Sie berichteten davon, ihren Körper von außen zu betrachten, durch einen Tunnel zu gehen, einem liebevollen Lichtwesen zu begegnen oder ihr gesamtes Leben noch einmal wie in einem Film zu erleben.
Ich konnte diese Berichte damals weder überprüfen noch erklären. Dennoch spürte ich beim Lesen eine tiefe Resonanz. Etwas in mir sagte, dass diese Erfahrungen zumindest eine ernsthafte Betrachtung verdienen. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass die Wirklichkeit möglicherweise größer ist als das, was wir mit unseren Augen sehen können.
Von diesem Moment an entwickelte ich eine Haltung, die mich bis heute begleitet: Offenheit für Möglichkeiten, die jenseits des eigenen Wissens liegen. Niemand kennt die endgültige Antwort auf die großen Fragen des Lebens. Doch wir können bereit sein, ihnen mit Neugier und Respekt zu begegnen.
In meiner mehr als dreißigjährigen Arbeit als BewusstSEIN-Coach begegnete ich später immer wieder Menschen, die nach Nahtoderfahrungen in tiefe spirituelle Krisen geraten waren. Die frühe Beschäftigung mit diesem Thema half mir, ihre Erfahrungen ernst zu nehmen und sie auf ihrem Weg zu begleiten.

Lieben heißt die Angst verlieren – das Buch, das meine Arbeit am stärksten prägte
Während einer persönlichen Trennungskrise empfahl mir eine gute Freundin das Buch Lieben heißt die Angst verlieren von Gerald Jampolsky.
Weil ich ihr vertraute, kaufte ich es mir. Das dünne Hardcover kostete damals stolze 34 DM. Mein erster Gedanke: sehr viel Geld für sehr wenig Buch. Nach der Lektüre blieb vor allem Enttäuschung zurück. Mit den Inhalten konnte ich überhaupt nichts anfangen. Das Buch wanderte ins Regal und geriet in Vergessenheit.
Viele Jahre später sortierte ich meine Bibliothek aus. Dabei fiel mir das kleine Buch wieder in die Hände. Inzwischen arbeitete ich längst als psychologische Beraterin und Coach. Themen wie Angst, Liebe, Vergebung und persönliche Entwicklung gehörten zu meinem Alltag.
Ich begann zu lesen. Eigentlich wollte ich nur kurz hineinblättern. Stattdessen las ich das Buch in einem Zug durch. Plötzlich ergab alles Sinn. Damals wurde mir klar, dass manche Bücher auf den richtigen Zeitpunkt warten. Der Inhalt hatte sich nicht verändert. Ich hatte mich verändert.
Jampolskys zentrale Botschaft lautet:
Unserem Leben liegen letztlich zwei grundlegende Kräfte zugrunde: Liebe und Angst. Viele unserer Konflikte, Verletzungen und Kämpfe entstehen aus Angst. Liebe hingegen verbindet, heilt und schafft inneren Frieden.
Beim ersten Lesen war ich für diesen Gedanken schlicht noch nicht bereit. Mein Blick auf die Welt war ein anderer. Jahre später konnte ich die Tiefe dieser Perspektive erkennen. Das Buch traf auf einen Boden, der inzwischen vorbereitet war.
Besonders berührt haben mich einige Gedanken, die bis heute Teil meines Lebens sind. Die Vorstellung, dass wir in jedem Moment wählen können, ob wir aus Liebe oder aus Angst heraus handeln. Die Erkenntnis, dass Frieden im gegenwärtigen Augenblick entsteht. Die Erfahrung, dass Vergebung vor allem den Menschen befreit, der vergibt.
Aus dieser Auseinandersetzung entstanden zwei Sätze in mir, die mich bis heute begleiten.
Der erste lautet:
„Wo die Angst ist, ist der Weg.“
Immer wenn ich spüre, dass ich etwas von Herzen tun möchte und gleichzeitig Angst auftaucht, liegt genau dort oft die größte Entwicklungsmöglichkeit.
Der zweite lautet:
„Wenn nicht ohne Angst, dann eben mit.“
Ich stelle mir meine Angst häufig als kleines Mädchen vor. Diese kleine Sylvia nehme ich an die Hand und sage ihr, dass wir den nächsten Schritt gemeinsam gehen.
Auf diese Weise habe ich viele Herausforderungen gemeistert. Vorträge vor großem Publikum, Stand-up-Paddling auf dem Meer oder alleinige Reisen durch fremde Länder ohne Hotelreservierungen gehörten dazu.
Dieses Buch hat mein Denken, Fühlen und Handeln nachhaltig beeinflusst. Viele Aspekte meiner heutigen Arbeit als Coach und Ausbilderin wurzeln in den Erkenntnissen, die ich daraus gewonnen habe. Deshalb spreche ich mit meinen Klienten aus eigener Erfahrung. Die Inhalte, die ich vermittle, sind über viele Jahre hinweg gewachsen, erprobt und gelebt worden.
Fazit
Die Frage, welches Buch mein Leben verändert hat, lässt sich für mich nicht mit einem einzigen Titel beantworten. Diese drei Bücher haben mich auch nicht von heute auf morgen verwandelt. Sie haben etwas viel Wertvolleres getan: Sie haben Samen gesät.
Die Insel der Blauen Delfine ließ meine Abenteuerlust wachsen und weckte die Sehnsucht nach der großen weiten Welt.
Leben nach dem Tod öffnete die Tür zu den großen Fragen des Lebens und weckte mein Interesse an Bewusstsein und Spiritualität.
Lieben heißt die Angst verlieren zeigte mir einen Weg zu mehr innerem Frieden und prägte meine spätere Arbeit als Coach tiefgreifend.
Heute erkenne ich darin einen roten Faden. Die Abenteuerlust führte mich hinaus in die Welt. Die Fragen nach Leben und Tod führten mich in die Tiefe. Die Auseinandersetzung mit Liebe und Angst führte schließlich zu der Arbeit, die ich heute mit Menschen mache.
Aus den Inspirationen, die diese drei Bücher einst in mir weckten, durfte über viele Jahre etwas Eigenes entstehen. Heute begleite ich Menschen in meiner Praxis, bilde Coaches aus und schreibe selbst Bücher. Mit meinen inzwischen vier Ratgebern schließt sich für mich ein Kreis.

Mein Wunsch ist derselbe, den diese Bücher damals in mir erfüllt haben: Menschen zu berühren, Gedanken anzustoßen und vielleicht den einen oder anderen Samen zu säen, der irgendwann zur richtigen Zeit aufgehen darf.
Manche Bücher lesen wir und stellen sie danach ins Regal. Andere begleiten uns ein Leben lang. Sie berühren etwas in uns, das darauf wartet, entdeckt zu werden. Für diese drei Bücher empfinde ich bis heute tiefe Dankbarkeit. Sie kamen genau zur richtigen Zeit in mein Leben und haben mich auf eine Weise geprägt, die ich damals noch gar nicht erkennen konnte.
Über die Autorin: Sylvia Bieber
Meine Mission ist deine Selbstkompetenz!
Um noch mehr Menschen auf diesem Weg zu erreichen, habe ich mein Wissen, meine Meditationen und meine Impulse in meinen vier Büchern festgehalten.
Gerne helfe ich auch dir, solltest du dich frustriert, machtlos oder angstvoll fühlen. Ich zeige dir, wie du das ändern kannst – und deine Lebensfreude kehrt zurück.
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